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Luft-Wasser-Wärmepumpe

Seit 2016 gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV) in verschärfter Form. Dadurch ist es im Neubau mittlerweile fast nur noch möglich, die vorgeschriebenen Werte bei den Primärenergie-Anforderungen mithilfe einer Solarthermie-Anlage einzuhalten.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Wärmepumpen sind in der Regel in der Lage, die Vorgaben als alleinige Heizung zu erfüllen. Deshalb genießen sie eine staatliche Förderung. Diese wurde zu Jahresbeginn 2020 deutlich erhöht. Hauptverantwortlich für die Förderung von Heizungen und damit auch Wärmepumpen als Einzelmaßnahme ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Rahmen von Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard fördert aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Anschaffung einer Wärmepumpe.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Typen von Wärmepumpen, die sich alle das gleiche Prinzip zunutze machen: Sie entziehen der Umgebung ihre Wärmeenergie, um sie für uns nutzbar zu machen. Die verschiedenen Wärmepumpen unterscheiden sich darin, welche Wärmequelle sie nutzen und wie sie die gewonnene Wärme wieder abgeben. Da die Wärmequellen der verschiedenen Varianten unterschiedlich aufwendig zu erschließen sind, entstehen unterschiedliche Kosten.

Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Wärme der Erde selbst bzw. von unterirdischen Wasserreservoirs. Da hier größere Bauarbeiten wie etwa Bohrungen oder Erdarbeiten notwendig sind, sind sie in der Anschaffung teurer. Suchen Sie eine simplere, kostengünstigere Lösung, können Sie auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zurückgreifen.

Besonderheiten, Vorteile und Nachteile

Einen guten Mittelweg zwischen Kosten und Effizienz bietet die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft über einen Wärmetauscher Wärme, hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau an und gibt sie dann an den Heizungskreislauf ab, beispielsweise an eine Fußbodenheizung. Wie die anderen Wärmepumpen auch, funktioniert sie also im Prinzip wie ein „umgekehrter Kühlschrank“.

Abgesehen vom für den Antrieb der Pumpe notwendigen Strom wird keine weitere Energie benötigt. Allerdings lohnt sich der Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nur bei einigermaßen gut gedämmten Gebäuden. In der Anschaffung sind Luft-Wärmepumpen meist günstiger als andere Wärmepumpen, da sie relativ unkompliziert installiert werden können. In der Regel werden keine größeren baulichen Maßnahmen benötigt.

Man kann Luft-Wasser-Wärmepumpen prinzipiell sowohl innerhalb als auch außerhalb von Gebäuden aufstellen und sie eignen sich für Altbauten ebenso wie für Neubauten. Sie sind weniger effizient und im Betrieb teurer als eine Erd- oder Wasser-Wärmepumpe, da sie mehr Strom benötigen - was natürlich auch in Bezug auf die Umweltbilanz eine Rolle spielt. Zudem sind Luft-Wasser-Wärmepumpen stark von der Umgebungstemperatur abhängig: Je geringer die Außentemperatur, desto niedriger die Heizleistung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe statt Ölheizung

Immer wieder liest man, die Luft-Wasser-Wärmepumpe sei eine gute Alternative zur Ölheizung. Als Alternative zum „schmutzigen“ Öl wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe vor allem für ländliche Regionen immer wichtiger, wo es ohne Gasleitungen außer der Ölheizung lange keine anderen Möglichkeiten gab, eine Zentralheizung zu betreiben. Eine Wärmepumpe ist hier eine gute Alternative, mit der man ebenso unabhängig heizen kann wie mit Öl. Gleichzeitig ist sie viel umweltfreundlicher: Wärmepumpen benötigen zum Betrieb nur ein Minimum an Strom. Deshalb werden sie auch beim Austausch gegen eine alte Ölheizung besonders hoch gefördert.

Das BAFA gewährt hier eine sogenannte Austauschprämie in Höhe von 45 % der Anschaffungskosten als Förderung. Ein weiterer Vorteil der Luft-Wasser-Wärmepumpe gegenüber der Ölheizung ist, dass man, vom Betriebsstrom einmal abgesehen, unabhängig von externen Energielieferungen ist. Am günstigsten und umweltfreundlichsten ist es, wenn der Strom aus regenerativen Quellen wie einer Photovoltaik-Anlage stammt. So kann man kann mit einer Wärmepumpe vollständig klimaneutral heizen. Das aufwendige Nachtanken von Heizöl gehört mit einer Wärmepumpe also der Vergangenheit an.

ProduktBedingungenFörderung
BAFA-Förderung "Heizen mit erneuerbaren Energien" Luft-Wasser-Wärmepumpe mit hohen JAZ ab 4,5 oder mit verbesserter Systemeffizienz 35 % der förderfähigen Kosten
KfW-Kredit 153 Neubau oder Kauf eines KfW-Effizienzhaus bzw. einer entsprechenden Eigentumswohnung; es muss mindestens Effizienzhaus-Standard KfW 55 erreicht werden Kredit bis höchstens 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 25 % der Kreditsumme, maximal 30.000 €
KfW-Zuschuss 431 Beauftragung eines Energieberaters 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €